Niederösterreichischer Uradel · seit 1194

Wurmbrand-Stuppach

Acht Jahrhunderte österreichischer Geschichte —
und das Erbe der Bourbonen in Frohsdorf

Grafen von Wurmbrand und Stuppach
Freiherren von Steyersberg

Das Haus

Ein Geschlecht, älter als Österreich selbst

Im Jahr 1194 tritt Leupold der Wurmbrant erstmals urkundlich in Erscheinung — in einer Urkunde des Erzbischofs von Salzburg, lange bevor die Habsburger nach Österreich kamen. Seit über 800 Jahren ist die Familie in der Buckligen Welt Niederösterreichs verwurzelt, wo die Ruine der Stammburg Wurmbrand bis heute an ihre Anfänge erinnert.

Sein Wappentier verdankt das Haus einer Sage, die unten erzählt wird: In Silber führt es den schwarzen Lindwurm mit dem brennenden Ast im Rachen — ein Bild, das man bis heute an Burgen, Kirchen und Grabsteinen zwischen Haßbach und Schwarzau findet.

Über Jahrhunderte dienten die Wurmbrand dem Kaiserhaus als Diplomaten, Feldherren und Gelehrte. Graf Johann Josef Wilhelm (1670–1750), Präsident des Reichshofrats, gilt als Vater der österreichischen Genealogie. Heute wird das Haus von Graf Ernst Gundaccar geführt; Sitz der Familie ist das historische Jagdhaus in Frohsdorf.

1194Erste urkundliche Erwähnung mit Leupold dem Wurmbrant
1682Erhebung in den Grafenstand zu Wien
1701Reichsgrafenstand — die Grafschaft nur dem Kaiser unterstellt
1829Verleihung des Prädikats „Erlaucht"

Die Wurmbrandsage

Vom Ritter, dem Drachen und dem brennenden Ast

Vor vielen hundert Jahren, so erzählt es die Sage, hauste in den Wäldern bei Stuppach ein Lindwurm — ein Drache, der die Ländereien der Gräfin von Stuppach heimsuchte, das Vieh riss und die Menschen in Angst und Schrecken versetzte.

Mancher tapfere Ritter zog aus, das Untier zu erlegen — doch keine Klinge vermochte den gepanzerten Leib zu durchdringen, und keiner kehrte als Sieger zurück. Da versuchte es ein junger Ritter mit einer List: Statt zum Schwert griff er zu einem Ast, den er an beiden Enden entzündete, und als der Lindwurm den Rachen aufriss, um ihn zu verschlingen, stieß er ihm das brennende Holz tief in den Schlund. Das Feuer verzehrte den Drachen von innen — der Wurm verbrannte.

Aus dem „Wurm-Brand" wurde ein Name: Zum Dank erhielt der Ritter Land und Ehren, und sein Geschlecht führt seither den schwarzen Lindwurm mit dem brennenden Ast im Rachen als Wappen. So erzählt es die Sage — und wer heute durch die Bucklige Welt wandert, begegnet dem Drachen mit dem brennenden Ast noch immer: an Burgtoren, in Kirchen und auf alten Grabsteinen.

Die Wurmbrandsage – historischer Stich: ein Ritter bezwingt den Lindwurm mit dem brennenden Ast
Die Wurmbrandsage — historischer Stich

Frohsdorf & die Bourbonen

Der Königshof im Exil — und sein Erbe

Frohsdorf war ein Versailles im Kleinen: Hierher zog sich Marie Thérèse zurück, die einzige überlebende Tochter Ludwigs XVI. und Marie-Antoinettes. Hier hielt Henri d'Artois, Graf von Chambord — für seine Getreuen König Heinrich V. von Frankreich — jahrzehntelang Hof, umgeben von einer französischen Kolonie königstreuer Familien.

Als der letzte Erbe der Linie, Don Jaime de Bourbon, 1931 starb, kam Frohsdorf an seine Schwester, Prinzessin Beatrice de Bourbon, verheiratete Fürstin Massimo. Sie musste das Schloss 1941 verkaufen — doch den Sitz ihrer Ahnen verließ sie nicht: Mit ihren Töchtern bezog sie das Jagdhaus am Rande des Parks.

Ihre Tochter Blanca vermählte sich 1943 mit Graf Paul von Wurmbrand-Stuppach. So kam das bourbonische Erbe an unser Haus — und mit ihm die Aufgabe, die Erinnerung an den Königshof von Frohsdorf zu bewahren. Bis heute lebt die Familie im Jagdhaus, als letzte lebendige Verbindung zur älteren Linie der Bourbonen in Österreich.

1844
Frohsdorf wird Sitz der Bourbonen: Marie Thérèse, Herzogin von Angoulême, bezieht das Schloss.
1883
Henri, Graf von Chambord, stirbt auf Schloss Frohsdorf — das letzte Oberhaupt der französischen Hauptlinie.
1941
Prinzessin Beatrice de Bourbon-Massimo verkauft das Schloss und bezieht das Jagdhaus im Park.
1961
Blanca Gräfin von Wurmbrand-Stuppach, geborene Massimo, erbt das Jagdhaus — das Erbe kommt an unser Haus.
Heute
Die Familie bewahrt die Erinnerung an den Königshof von Frohsdorf — seit nunmehr fünf Generationen.

Die Familie

Das Haus heute

Drei Generationen führen das Erbe fort — vom bourbonischen Vermächtnis der Großeltern über den Chef des Hauses bis zu seinen vier Kindern.

PaulGraf von Wurmbrand-Stuppach
† 1960
⚭ 1943
Blancageborene Prinzessin Massimo,
aus dem Hause Bourbon
1906 – 1999
Ernst GundaccarGraf von Wurmbrand-StuppachChef des Hauses
ElisabethGräfin von Wurmbrand-Stuppach
Helmwig Paul ErnstErbgraf
Gundaccar Ernst Robert
Maria de las Mercedes
Paul Rüdiger Friedrich† 2004

Chronik

Acht Jahrhunderte im Überblick

1265Grabstein Heinrich Wurmbrants von Stuppach in Gloggnitz — Beginn der gesicherten Stammreihe
1600Erwerb der Herrschaft Steyersberg; Ausbau zum Renaissanceschloss
1607Erhebung in den Herren- und Freiherrenstand
1683Burg Steyersberg widersteht der Belagerung durch die Türken
1726Aufnahme in das fränkische Reichsgrafenkollegium
1806Mediatisierung — das Haus bleibt den regierenden Häusern ebenbürtig
1943Vermählung von Graf Paul mit Blanca Massimo — Verbindung mit den Bourbonen

Forschung & Kontakt

Für Historiker und Freunde der Geschichte

Die Geschichte des Hauses und des bourbonischen Exils in Frohsdorf ist reich an Dokumenten und Erinnerungen. Historiker, Forschende und ernsthaft Interessierte sind eingeladen, mit uns in Verbindung zu treten.

info@wurmbrand.at